Die Furchensteine des Chiemsee sind 112 Jahr alt!

Uuuups… Was soll das jetzt werden, woher kommt diese Zahl?

Algenaktivität beim Seehäusl
Algenaktivität beim Seehäusl

Etwas präziser…

Die Einschränkung, daß sich die Aktivität der beteiligten Algen nur auf einen schmalen Bereich des Eulitoral beschränkt und…
der Kenntnis, daß zwischen 1902 bis 1904 der Seespiegel durch Ausbaggern des Abflusses (Alz bei Seebruck) um 70cm abgesenkt wurde, ….
läßt folgern, daß die Furchensteinbildung bei den Geröllen die aktuell in der Brandungszone zu finden sind, vor 112 Jahren begonnen hat.

In 112 Jahren haben Cyanobakterien aus einem Kalksteingeröll ... firstartige Furchensteine geformt.
In 112 Jahren haben Cyanobakterien aus einem Kalksteingeröll … firstartige Furchensteine geformt.

Als Pegelschwankungen lassen sich am Chiemsee ausmachen…

  • 1,7m über die Maximalwerte (HW+NW)
  • 1,2m über die Mittelwerte (MHW+MNW)

siehe dazu Pegelschwankungen des Chiemsee

Der Schwebstoffeintrag durch die Tiroler Ache ist beachtlich, die „Wolke“ kann u. U. bis Seebruck reichen (Bild Commons) .
Unterhalb der Wellenschlagzone wird ein Algenwachstum durch Bedeckung mit Schwebstoffen auszzuschließen sein.

In der folgenden Karte ist gestrichelt die Ufersaum vor 1902-1904 eingezeichnet.
Man beachte die Geländegewinne im SO bei Grabenstätt, im N bei Seebruck, der Zipfel wo sich heute das Schwimmbad und der Yachthafen befindet oder NW bei der Halbinsel Sassau.

Die Tiefenkarte aus dem Buch -Seeschwankungen (Seiches) beobachtet am Chiemsee- von Anton Endrös
Die Tiefenkarte aus dem Buch -Seeschwankungen (Seiches) beobachtet am Chiemsee- von Anton Endrös

Möglicherweise findet man Ältere Furchensteine auf einem Geländeniveau das 70 cm über der MW-Marke liegt,vermutlich unter Bewuchs.

Mehrjährige Beobachtung des Kalkalgenbewuchses auf Silikatgeröll

Von 2011 an, nunmehr über 4 Jahre, wurde das erneute Aufwachsen einer Kalkalgenbewuchses auf einem Silikatgeröll in einer Flachwasserzone des Chiemsee beobachtet.

Zusammenfassung auf dem LauterWiki
Krustenstein vom Chiemsee, Wachstum der Kruste auf Silikatgeröll

Kruste auf Silikat 05.02.2011
Kruste auf Silikat 05.02.2011
Krustenstein - brush-finished 12-06-2011
Krustenstein – brushed 12-06-2011
Krustenstein 17.11.2011
Krustenstein 17.11.2011
Kruste auf Silikat 24.11.2012
Kruste auf Silikat 24.11.2012
Kruste auf Silikat 22.12.2014
Kruste auf Silikat 22.12.2014
Kruste auf Silikat 26.07.2015
Kruste auf Silikat 26.07.2015

Hianstoaner, Krustnstoana und Fuachnstoana in da Boarischen Wikipedia

A neichar Artike in da Boarischen Wikipedia hoaßt –

Hianstoa

 

Hirnstein vom Chiemsee
A Hianstoa vom Cheamsee

Hianstoana oda Hirnstoana (dt. Furchensteine, Krustensteine, Hirnsteine) san Koichstoana mid ana Obafläch, de wo wiara Hian ausschaugt.
Se san voa oim in koichhoitign Seen z findn, wo se duach Gletscha hiikeman san (sog. Gschiabstoana). De Obafläch is nacha duach biologische Erosion entstanden (duach Bakterien, Schneckn usw.).
Wen de Stoana mit ana Schicht vo Blauoign (= wissnschoftle heit: Cyanobakterien) ibazong san, hoasst ma s Krustnstoana.
Eascht wen de Krustn weggagwoschn is, entstengan de Fuachnstoana bzw. Hianstoana.
Quelle: WP/bar -Hianstoa
Lizenz:CC BY-SA 3.0

Furchensteine in Glaukonitsand

Furchensteine in Glaukonitsand, wie geht das?

Furchensteine in Glaukonitsand
Furchensteine in Glaukonitsand

Dieser Blog beschäftigt sich mit den Krustensteinen, Furchensteinen und Hirnsteinen des Chiemsee. Im östlichen Uferbereich findet sich ein „Molasse-Ausbiß“.

Es handelt sich dabei um -Obere Meeresmolasse- des nordalpinen Molassebecken.

Im Uferbereich ist die Meeresmolasse durch Wellenschlag zerrieben.

Zerriebene Obere Meeresmolasse
Zerriebene Obere Meeresmolasse

Gräbt man wenige Zentimeter tief, so kommt das Gestein zu Tage.

Obere Meeresmolasse am Chiemseeufer
Obere Meeresmolasse am Chiemseeufer

Infos zu Krustensteinen, Furchensteinen, Hirnsteinen und Onkoiden am Chiemsee